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Schmerzmittel bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind weit verbreitet - ebenso die Einnahme von Schmerzmitteln. Worauf sollte man sich bei den Medikamenten jedoch achten? Und welche Alternativen gibt es? Das und mehr erfährst du hier!

01.12.236min Lesezeit
    Weisse Schmerztabletten in Verpackung. Oranger Hintergrund.

    Bei akuten Schmerzen am Bewegungsapparat greifen viele als erster Impuls zu Schmerzmitteln. Sie bieten eine schnelle Schmerzlinderung und kurzfristige Verbesserung der Beweglichkeit. Das Problem? Schmerzmittel behandeln nur die Symptome, und nicht die Ursache, weswegen sie sich als alleinstehende Behandlungsmethode in der Regel nicht eignen. Ausserdem: Bei unsachgemässem Gebrauch können Schmerzmedikamente körperliche Schäden wie zum Beispiel allergische Reaktionen, Magengeschwüre sowie Nieren-, Leber- oder Herz-Kreislauf-Probleme hervorrufen.

    Vor allem bei Rückenbeschwerden - von welchen gemäss Rückenreport 67% der Schweizer Bevölkerung mehrmals pro Jahr leiden - wird gerne zu rezeptfreien Medikamenten wie Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac gegriffen. Bei starken Schmerzen werden unter Umständen Opioide verschrieben.

    Die Verwendung von Schmerzmitteln hat als kurzfristige Anwendung definitiv seine Daseinsberechtigung, welche wir nicht in Frage stellen wollen. Es ist jedoch essenziell, sich an die empfohlene Dosierung zu halten und die Einnahmezeit nicht zu überschreiten. Man muss sich auch bewusst sein, dass es sich bei der Einnahme von Schmerztabletten nur um eine vorübergehende Lösung handelt, und nicht eine endgültige Heilung.

    An dieser Stelle kommt Bewegung ins Spiel. Gezielte, gesundheitsfördernde Bewegung ist für viele Schmerzursachen die wirksamste, nachhaltigste Behandlung. Vor allem bei subakut-chronischen Rückenschmerzen wird Bewegungstherapie (Physiotherapie) dringendst empfohlen.

    Mann in grauem Shirt fasst sich an den schmerzenden unteren Rücken. Blauer Hintergrund.
    67% der Schweizer Bevölkerung sind mehrmals pro Jahr von Rückenschmerzen betroffen.

    Disclaimer: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um medizinischen Ratschlag. Bitte spreche dich mit deinem Arzt beziehungsweise deiner Ärztin ab, um die passende Behandlung für deine individuellen Bedürfnisse zu definieren.

    Was sind die üblichsten Schmerzmittel und wie wirken sie?

    Es gibt verschiedene Arten von Schmerzmitteln, die unterschiedlich wirken. Im Folgenden haben wir diese zwischen rezeptpflichtig und rezeptfrei unterteilt und kurz zusammengefasst.

    Rezeptfreie Schmerzmittel

    Die am häufigsten verwendeten rezeptfreien Schmerzmittel sind die nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR). Sie heissen so, weil sie ursprünglich zur Behandlung von rheumatischen Schmerzen eingesetzt wurden (und im Gegensatz zu anderen Antirheumatika keine Steroide enthalten). Heutzutage verwendet man sie aber bei unterschiedlichen Schmerzen an - von Kreuzschmerzen über Regelschmerzen bis hin zu Kopfschmerzen. NSAR punkten ausserdem mit ihrer fiebersenkenden und entzündungshemmenden Wirkung. Nicht alle NSAR sind rezeptfrei erhältlich, manche davon nur in einer verringerten Dosis. Ohne Rezept bekommst du in der Apotheke die folgenden Wirkstoffe:

    • Ibuprofen
    • Diclofenac
    • Naproxen
    • Acetylsalicylsäure (auch bekannt als ASS)
    • Paracetamol (wirkt ebenfalls schmerzlindernd und fiebersenkend, im Gegensatz zu den anderen NSAR nicht entzündungshemmend.)

    Achtung: Nur weil diese Medikamente ohne ärztliches Rezept erworben werden können, heisst dies nicht, dass sie keine Nebenwirkungen hervorrufen können. Halte dich an die empfohlene Dosierung und überschreite die Einnahmezeit nicht, um Nebenwirkungen zu minimieren.

    Rezeptpflichtige Schmerzmittel

    Bei sehr starken Schmerzen kann dir dein Arzt bzw. deine Ärztin ein opioides Schmerzmittel verschreiben. Opioide wirken in erster Linie im zentralen Nervensystem, also in bestimmten Zellen des Gehirns und Rückenmarks. Dort unterdrückt der Wirkstoff Schmerzsignale. Ausserdem wird die geistige Aktivität unterdrückt und Angstgefühle vermindert. Sie können sich sowohl euphorisch als auch dysphorisch auf die Stimmung des Patienten auswirken. Zu den opioiden Schmerzmitteln gehören unter anderem:

    • Morphin
    • Fentanyl
    • Tramadol
    • Oxycodon
    • Codein
    • Tilidin
    Frau schüttet sich Schmerztabletten in die Hand. Rosa Hintergrund.
    Opioide können zu starker Abhängigkeit führen.

    Mögliche Nebenwirkungen

    Rezeptfreie Schmerzmittel

    • Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) können eine erhöhte Blutungsneigung bewirken, da sie Auswirkungen auf die Blutgerinnung haben.
    • Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac können bei zu hoher Dosierung oder langfristiger Einnahme zu Geschwürbildung, Blutungen und Entzündungen im Magen-Darm-Trakt führen. Diese können sich durch Sodbrennen, Blähungen, Bauchschmerzen und Übelkeit äussern. Auch Erbrechen oder Durchfall gehören zu den möglichen Nebenwirkungen.
    • Schmerzmittel auf Basis von Paracetamol können zu einer Erhöhung der Leberwerte führen und Blutbildveränderungen hervorrufen. Bei einer Überdosierung können auch Leberschäden erfolgen.

    Rezeptpflichtige Schmerzmittel

    • Bei rezeptpflichtigen Schmerzmitteln besteht ein grosses Abhängigkeitsrisiko, wenn sie länger als verschrieben eingenommen werden. Schon ab vier Wochen regelmässiger Einnahme besteht das Risiko auf körperliche Abhängigkeit von Opioiden.
    • Eine häufig auftretende Nebenwirkung von Opioiden wie Morphin, Fentanyl, Tramadol, Oxycodon, Codein und Tilidin ist Verstopfung.
    • Manche Opioide verursachen Mundtrockenheit, verringertes sexuelles Lustempfinden und Juckreiz.
    • Das Absetzen von Opioiden kann zu Entzugserscheinungen wie Übelkeit oder Erbrechen, Schwitzen oder Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen führen.

    Darauf sollte man bei der Einnahme von Schmerzmitteln achten

    Wenn du Schmerzmittel einnehmen möchtest, gibt es einige wichtige Dinge, die du beachten solltest. Hier sind einige Tipps für eine sichere und effektive Einnahme:

    • Packungsbeilage lesen:
      Lies das Etikett und die Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor du das Schmerzmittel einnimmst. Achte auf die empfohlene Dosierung, mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
    • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:
      Diese Empfehlung knüpft an den vorherigen Punkt an. Schmerzmittel können mit anderen Substanzen (zum Beispiel Alkohol) interagieren. Deswegen ist es wichtig, alle Medikamente, die du einnimmst, einschliesslich rezeptfreier Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, mit deinem Arzt zu besprechen.
    • Nicht auf nüchternen Magen einnehmen:
      Einige Schmerzmittel können Magenprobleme verursachen, insbesondere wenn sie auf nüchternen Magen eingenommen werden. Deswegen sollten Schmerzmedikamente mit genügend Flüssigkeit und bestenfalls nach einer kleinen Mahlzeit eingenommen werden.
    • Ärztliche Konsultation:
      Wenn du andere Medikamente einnimmst oder Vorerkrankungen hast, solltest du vor der Einnahme von Schmerzmitteln deinen Arzt bzw. deine Ärztin konsultieren.
    Arzt im weissen Kittel untersucht Schmerzpatienten.
    Durch ärztliche Konsultationen kann der Ursache der Rückenschmerzen auf den Grund gegangen werden.

    Alternative Behandlungsmethoden

    Schmerzmittel sind oft die erste Wahl, wenn es um die Linderung von Beschwerden geht. Jedoch gibt es zahlreiche alternative Ansätze, die nicht nur effektiv, sondern auch schonender für den Körper sein können. Hier ist eine Übersicht über verschiedene Behandlungsmethoden, die du beim Beispiel von Rückenschmerzen in Betracht ziehen kannst.

    1. Bewegungstherapie

    Gezielte Bewegungstherapie, besonders in Form von Physiotherapie, ist eine effektive Möglichkeit, um akute sowie chronische Schmerzen am Bewegungsapparat zu behandeln. Ein Vergleich mit Schmerzmitteln zeigt, dass die Physiotherapie im Beispiel von Rückenschmerzen die zugrunde liegende Ursache der Schmerzen angeht und nicht nur vorübergehend die Symptome maskiert. Ausserdem können mit Bewegungstherapie Muskelverspannungen und Schonhaltungen reduziert werden. Regelmässige Bewegung beugt ausserdem der Entstehung weiterer Schmerzen vor.

    Ein weiteres Plus? Physiotherapie hat - im Gegensatz zu Schmerzmitteln - kein Abhängigkeitsrisiko und keine Nebenwirkungen.

    2. Massagen, Wärmepflaster- und Cremes

    Massagen sind eine bewährte Methode zur Entspannung der Muskulatur. Durch gezielte Griffe können Verspannungen gelöst und die Durchblutung verbessert werden. Dies kann sich positiv auf das körperliche Empfinden auswirken.

    Auch Wärmepflaster, Cremes oder Schmerzgel können bei lokalen Schmerzen, insbesondere bei Verspannungen, eine schnelle Linderung bieten. Die Wärme fördert die Durchblutung und lockert die Muskulatur.

    Bei diesen beiden Massnahmen handelt es sich allerdings nur um vorübergehende Linderung. Langfristige Besserung wird durch sie nicht erreicht.

    3. Pflanzliche Heilmittel

    Teufelskralle, eine natürliche Heilpflanze, wird aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften oft zur Unterstützung bei Gelenk- und Rückenschmerzen eingesetzt. Ihre Wirksamkeit wurde in einer Studie erwiesen, welche sie als attraktive Alternative zu NSAR beschreibt.

    Insgesamt verdeutlichen diese alternativen Ansätze, dass Schmerzlinderung nicht zwangsläufig mit der Einnahme von Medikamenten einhergehen muss oder sich auf diese beschränkt. Die Entscheidung für eine bestimmte Methode hängt von individuellen Faktoren ab, und es kann sinnvoll sein, verschiedene Ansätze zu kombinieren. Ein Gespräch mit einem Gesundheitsdienstleister kann dabei helfen, die optimale Strategie zur Schmerzbewältigung zu finden.


    Schmerzfrei durch Bewegungstherapie mit Akina

    Wenn bestimmte Bewegungen Schmerzen verstärken, versuchen viele Betroffene, diese Art von Bewegung einzuschränken oder zu vermeiden. Eine langfristige Ruhigstellung wirkt sich jedoch negativ auf die Schmerzen aus, da die nicht genutzten Muskeln abgebaut werden und sich die Sehnen und Gelenkkapseln zusammenziehen. Dies hat zur Folge, dass Bewegungen nur noch unter grösseren Schmerzen oder gar nicht mehr ausgeführt werden können. Ausserdem führt dies zu Fehlhaltungen und Verspannungen, die ebenfalls die Schmerzen verstärken. Regelmässiges Training kann dem entgegenwirken. 

    Doch nicht nur die Stärkung der Rückenmuskulatur wirkt sich positiv auf das Schmerzempfinden aus. Durch gezielte Bewegung werden Glückshormone freigesetzt, die - ähnlich wie Opioide - eine schmerzlindernde Wirkung haben. Deshalb ist es wichtig, sich regelmässig und langfristig zu gesundheitsfördernder Bewegung zu motivieren.

    Und genau dafür gibt es Akina. Unsere KI-basierte Trainingssoftware unterstützt dich beim therapeutischen Training zu Hause. Ganz gleich, ob du chronische oder akute Rückenschmerzen hast, ob sie durch eine Verletzung oder Krankheit verursacht werden, oder ob es sich um spezifische oder unspezifische Rückenschmerzen handelt: Wir haben das passende Trainingsprogramm für dich.

    Unsere interaktive Software erkennt deine Bewegungen über die Kamera deines Laptops und gibt dir wertvolles Feedback in Echtzeit. Dein Physiotherapeut kann über unsere Plattform deine Fortschritte oder Defizite verfolgen und dir zusätzliche Tipps geben, um deine Behandlung noch effektiver zu gestalten. Aber das ist noch nicht alles: Du kannst nach jeder Trainingseinheit dein Schmerzempfinden angeben - Veränderungen in deiner Wahrnehmung werden aufgezeichnet und die Trainingsintensität kann weiter auf dich angepasst werden. Wir sind uns bewusst, dass nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche eine wichtige Rolle bei der Behandlung spielt. Deshalb wird unser Trainingsprogramm durch stressreduzierende Achtsamkeitsmeditationen und wissenswerte Inhalte ergänzt.

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